Zum Inhalt springen
Termin vereinbaren
Vorerkrankungen

PKV trotz Asthma: Was zählt für deinen Zuschlag?

Symbolbild zum Ratgeber PKV trotz Asthma

Asthma bronchiale zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen, mit denen Menschen bei mir wegen eines PKV-Wechsels anfragen. Eigene Fallzahlen aus der Beratungspraxis zeigen dabei ein deutlich strengeres Bild als bei vielen anderen Vorerkrankungen: nur rund 10 Prozent der Anfragen mit dieser Diagnose enden in einer Annahme ohne weitere Prüfung, der Rest hängt stark vom Schweregrad und der aktuellen Medikation ab. Das klingt zunächst hart, bedeutet aber nicht automatisch ein Nein, sondern vor allem, dass genauer hingeschaut wird als bei den meisten anderen Diagnosen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Asthma musst du der PKV immer angeben, unabhängig davon, wie gut es aktuell eingestellt ist.
  • Der Medikationsbedarf entscheidet stärker als die Diagnose selbst, ein gelegentliches Bedarfsspray wird viel günstiger bewertet als tägliches Kortison.
  • Die Zuschläge reichen von rund 10 Prozent bei mildem, saisonalem Asthma bis über 40 Prozent bei schwerem, dauertherapiertem Verlauf.
  • Zwischen einzelnen Versicherern liegen teils über 30 Prozentpunkte Unterschied für dasselbe Beschwerdebild.
  • Bei schwerem Asthma mit Klinikaufenthalten oder Dauerkortison ist eine anonyme Risikovoranfrage besonders wichtig, um eine offizielle Ablehnung zu vermeiden.

Musst du eine Asthma-Diagnose der PKV mitteilen?

Ja, und zwar unabhängig davon, ob es sich um allergisches, saisonales oder ganzjähriges Asthma handelt und wie lange die Diagnose schon zurückliegt. Die erweiterte Gesundheitsprüfung fragt gezielt nach Diagnosezeitpunkt, Häufigkeit der Beschwerden, aktueller Medikation und möglichen Klinikaufenthalten oder Notfalleinsätzen.

Wo du mit Asthma im Markt ungefähr stehst, kannst du in meinem Vorerkrankungs-Check nachprüfen, bevor du irgendwo einen Antrag stellst.

Nach Paragraf 19 des Versicherungsvertragsgesetzes bist du zur vollständigen und wahrheitsgemäßen Angabe verpflichtet. Verharmlost du dein Asthma oder gibst nur ein gelegentliches Bedarfsspray an, obwohl du dauerhaft Kortison nimmst, kann der Versicherer den Vertrag später anfechten oder die Leistung verweigern, gerade dann, wenn du sie am dringendsten brauchst.

Wie prüft die PKV deinen Antrag und welche Ergebnisse sind möglich?

Wie stark dein Asthma ausgeprägt ist und wie es behandelt wird, entscheidet direkt über das Ergebnis. Die folgende Übersicht zeigt dir typische Konstellationen und ihre realistischen Aussichten.

Profil Chance auf regulären Tarif Beitrag und Zuschlag
Mildes, saisonales Asthma, nur gelegentlich Bedarfsspray gut meist 10 bis 15 % Zuschlag
Moderates Asthma mit regelmäßigem Spray oder geringer Dauermedikation realistisch bei mehreren Anbietern meist 20 bis 30 % Zuschlag
Schweres Asthma mit täglichem Kortison oder Klinikaufenthalten gering bis Ablehnung 40 bis 50 % oder mehr, teils fester Eurobetrag
Asthma kombiniert mit Adipositas oder weiteren Vorerkrankungen gering häufig Ablehnung, Basistarif als Auffangnetz

Diese Werte sind Richtwerte, keine Garantie für deinen Einzelfall. Was das für deinen Beitrag bedeuten kann: Bei einem Grundbeitrag von 500 Euro macht ein Zuschlag von 20 Prozent 100 Euro mehr im Monat, bei 46 Prozent, wie ihn manche Versicherer bei schwerem Asthma verlangen, sind es bereits 230 Euro zusätzlich.

Welcher Faktor entscheidet am stärksten über deinen Zuschlag?

Nicht die Diagnose Asthma an sich, sondern dein tatsächlicher Medikationsbedarf ist der wichtigste Einzelfaktor. Brauchst du nur gelegentlich, etwa saisonal bei Pollenflug, ein Bedarfsspray, bewerten Versicherer das deutlich günstiger als eine tägliche Dauertherapie mit Kortison-Inhalator oder gar Kortison-Tabletten. Je häufiger und höher dosiert deine Medikation, desto kritischer fällt die Einstufung aus.

Fast genauso wichtig ist die Stabilität des Verlaufs. Warst du in den letzten ein bis zwei Jahren frei von Notfällen und Klinikaufenthalten, verbessert das deine Chancen erheblich, selbst wenn du weiterhin Medikamente nimmst. Kamen dagegen in jüngerer Zeit mehrere Notfalleinlieferungen wegen akuter Atemnot vor, werten Versicherer das als deutliches Warnsignal und verlangen oft zusätzliche Berichte deines Lungenfacharztes, bevor sie ein Angebot kalkulieren.

Warum bewerten Versicherer Asthma so unterschiedlich streng?

Asthma tritt selten allein auf. Häufig kommen Allergien, Neurodermitis oder Heuschnupfen im Paket dazu, und diese Kombinationen erhöhen aus Sicht der Risikoprüfung das Gesamtrisiko deutlich stärker als jede Einzeldiagnose für sich. Ein reines, isoliertes Asthma ohne weitere chronische Erkrankungen wird darum regelmäßig günstiger eingestuft als dieselbe Diagnose mit Begleiterkrankungen wie Adipositas, bei der manche Versicherer sogar komplett ablehnen.

Hinzu kommt, dass sich das Kostenrisiko bei Asthma schwer vorhersagen lässt: Ein heute stabiler Verlauf kann sich durch einen Infekt, einen Umzug in eine andere Region oder berufliche Belastung wieder verschlechtern. Diese Unsicherheit über künftige Behandlungskosten, nicht die aktuelle Beschwerde selbst, treibt bei schwereren Fällen die Zuschläge in die Höhe oder führt zur Ablehnung.

Was bedeutet Bestandsschutz bei bereits bestehendem PKV-Vertrag?

Entwickelst du Asthma erst, nachdem du bereits einen PKV-Vertrag abgeschlossen hast, greift der gesetzliche Bestandsschutz nach Paragraf 203 VVG. Ein nachträglicher Risikozuschlag allein wegen der neuen Diagnose ist unzulässig, dein Beitrag bleibt unverändert. Der Versicherer darf lediglich bei einem aktiven Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif erneut eine Gesundheitsprüfung verlangen.

Dieser Unterschied zeigt, warum sich ein früher, gesunder Einstieg in die PKV auszahlt: Wer schon vor einer möglichen Diagnose abschließt, sichert sich diesen Schutz für später, während ein Abschluss erst nach der Diagnose direkt mit Zuschlag oder strengerer Prüfung startet.

Hast du als Beamter einen leichteren Zugang zur PKV trotz Asthma?

Ja. Über die Öffnungsaktion des PKV-Verbands müssen teilnehmende Versicherer Beamte unabhängig vom Gesundheitszustand aufnehmen, Leistungsausschlüsse aus Risikogründen sind ausgeschlossen und der Risikozuschlag ist auf maximal 30 Prozent gedeckelt. Gerade bei schwererem Asthma, das im Normalverfahren schnell über diese Marke hinausgeht, ist das ein spürbarer Vorteil.

Die Frist beträgt in der Regel sechs Monate ab Beginn des Beamtenverhältnisses und ist nicht verlängerbar. 2026 haben sich einzelne Gesellschaften aus der Öffnungsaktion zurückgezogen, die Auswahl an teilnehmenden Anbietern ist also enger geworden, ein Grund, die Frist nicht auf den letzten Drücker verstreichen zu lassen.

Was passiert bei Ablehnung durch jeden Versicherer im Normalverfahren?

Dann bist du trotzdem nicht ohne Option. Der PKV-Basistarif unterliegt dem gesetzlichen Kontrahierungszwang, jeder Versicherer, der ihn anbietet, muss dich dort unabhängig von deinem Gesundheitszustand aufnehmen. Asthma spielt für die Aufnahme keine Rolle, und weder Risikozuschläge noch Leistungsausschlüsse wegen Vorerkrankungen sind dort erlaubt.

Der Leistungsumfang orientiert sich am Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung, ist also schlanker als ein regulärer PKV-Volltarif. Für Asthmatiker mit schwerem, dauertherapiertem Verlauf oder zusätzlichen Vorerkrankungen kann der Basistarif trotzdem die einzige realistische Option in der PKV sein. Alternativ bleibt für Selbstständige auch die freiwillige gesetzliche Versicherung mit privaten Zusatztarifen für Chefarzt und Zweibettzimmer, falls die Vollversicherung partout nicht funktioniert. Was das für Selbstständige monatlich tatsächlich kostet, lässt sich mit dem GKV-Beitragsrechner für Selbstständige schnell überschlagen.

Warum unterscheiden sich Versicherer bei Asthma so stark voneinander?

Dasselbe Beschwerdebild kann bei einem Versicherer zu einem moderaten Zuschlag führen und bei einem anderen deutlich teurer oder sogar abgelehnt werden. Wie groß diese Spannbreite ist, zeigt sich sogar zwischen verschiedenen aktuellen Markteinschätzungen: Für denselben Versicherer werden teils spürbar unterschiedliche Zuschläge berichtet, ein Beleg dafür, dass sich die Praxis einzelner Gesellschaften im Zeitverlauf ändert und pauschale Tabellen im Netz nie die ganze Wahrheit zeigen.

Versicherer Asthma bronchiale Allergisches Asthma
Barmenia 15 bis 25 % 15 bis 20 %
LVM 20 bis 25 % 15 bis 20 %
Debeka 20 bis 25 % 20 %
LKH / SdK 20 bis 30 % 15 bis 20 %
DKV 19 bis 30 % 19 bis 25 %
Allianz 30 bis 35 % 25 bis 30 %
Hallesche 25 bis 30 % 25 %
Concordia 30 bis 35 % (ambulant), stationär meist deutlich günstiger 15 bis 30 %
Universa ambulant bis 40 %, stationär rund 10 %
AXA 40 bis 46 % 30 %
R+V 63 bis 66 € monatlich (fester Betrag statt Prozent) 50 bis 55 € monatlich
Signal / Signal Iduna je nach Quelle 15 bis über 30 %, ungewöhnlich große Bandbreite 10 bis 20 %

Diese Werte stammen aus dem Abgleich mehrerer aktueller Marktvergleiche und sind trotzdem nur Anhaltspunkte, kein Ersatz für eine eigene Anfrage. Gerade bei Signal/Signal Iduna schwanken die berichteten Zuschläge zwischen den Quellen so stark, dass sich hier eine aktuelle Voranfrage besonders lohnt, bevor du dich auf eine einzelne Zahl verlässt.

Deshalb rate ich niemandem, direkt mit den echten Daten bei einem einzelnen Versicherer anzufragen. Eine Ablehnung wird im Hinweis- und Informationssystem der Branche erfasst und muss bei späteren Anträgen anderer Gesellschaften angegeben werden, was deine Chancen dort zusätzlich verschlechtert. Der sicherere Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage, bei der ein Makler deine Situation ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern gleichzeitig prüfen lässt, bevor du dich für einen echten Antrag entscheidest. Bei PKV mit System übernehme ich diese Voranfrage für dich, damit du dein voraussichtliches Ergebnis kennst, bevor irgendwo eine mögliche Ablehnung in der Branchendatei landet.

Wenn du als Angestellter über der Grenze für einen PKV-Wechsel liegst, ist eine gut vorbereitete Risikovoranfrage der entscheidende erste Schritt, bevor ein Tarif verglichen wird. Wie viel dein Arbeitgeber tatsächlich zu deinem PKV-Beitrag dazugibt, lässt sich mit dem Arbeitgeberzuschuss-Rechner in wenigen Minuten ausrechnen.

Welche Unterlagen solltest du für deine Risikovoranfrage vorbereiten?

  • Diagnosen mit ICD-Code sowie Diagnosezeitpunkt.
  • Arztbriefe, Befundberichte und aktuelle Lungenfunktionswerte, etwa aus einer Spirometrie oder FeNO-Messung.
  • Eine genaue Auflistung deiner Medikamente, Dosierung und Einnahmedauer, inklusive Bedarfsspray und eventueller Kortison-Therapie.
  • Angaben zu Klinikaufenthalten oder Notfalleinsätzen der letzten Jahre, oder eine Bestätigung, dass keine vorlagen.
  • Eine Auflistung möglicher Begleiterkrankungen wie Allergien, Neurodermitis oder Heuschnupfen.

Vollständige, aus der Akte belegbare Angaben sind dabei kein Nachteil, sondern dein bester Schutz, falls es später um eine Leistung geht.

Häufige Fragen zu PKV und Asthma Bronchiale

Ist Asthma automatisch ein Ablehnungsgrund für die PKV?

Nein. Mildes, gut kontrolliertes Asthma mit seltenem Bedarfsspray wird meist problemlos mit einem moderaten Zuschlag angenommen. Erst schweres, dauertherapiertes Asthma mit Klinikaufenthalten oder in Kombination mit weiteren Vorerkrankungen führt regelmäßig zu Ablehnungen.

Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Asthma üblicherweise?

Bei mildem Verlauf meist 10 bis 15 Prozent, bei moderatem Asthma 20 bis 30 Prozent, bei schwerem Verlauf 40 Prozent und mehr oder ein fester Eurobetrag. Zwischen einzelnen Versicherern können für dasselbe Beschwerdebild über 30 Prozentpunkte Unterschied liegen.

Übernimmt die PKV moderne Asthma-Therapien besser als die gesetzliche Kasse?

In vielen Fällen ja. Untersuchungen wie die FeNO-Messung oder inhalative Provokationstests sind in der GKV oft keine Kassenleistung, während sie in guten PKV-Tarifen regelmäßig übernommen werden. Auch teure Biologika wie Omalizumab oder Dupilumab bei schwerem Asthma zahlt die PKV in der Regel, sofern sie ärztlich verordnet sind.

Kann der Risikozuschlag bei Asthma später wieder wegfallen?

Ja. Bist du über einen längeren Zeitraum, meist zwei bis drei Jahre, beschwerdefrei und ohne Medikation, kannst du mit einem aktuellen ärztlichen Attest beantragen, dass der Zuschlag gesenkt oder ganz gestrichen wird.

Wenn du wissen willst, wie dein Asthma-Befund bei den verschiedenen Versicherern eingeschätzt wird, buch dir hier ein kostenloses Erstgespräch mit mir. Ich lasse deine Situation unverbindlich und anonym vorprüfen, bevor irgendwo ein echter Antrag gestellt wird.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

  • Physiotherapeut: Recura Akademie, Abschluss im Jahr 2012
  • Betriebswirt Gesundheitsmanagement: VWA Mecklenburg-Vorpommern, Abschluss im Jahr 2020
  • Bachelor of Business Administration: Steinbeis Hochschule, Abschluss im Jahr 2021
  • Versicherungsfachmann: Industrie- und Handelskammer Leipzig
  • Experte betriebliche Altersvorsorge: Deutsche Versicherungsakademie, Abschluss im Jahr 2023

Werde heute zum
Privatpatienten.

Ich schaue mir deine Ausgangslage an und zeige dir, welcher Tarif zu deinem Leben passt.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren