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Vorerkrankungen

PKV trotz Ablehnung: Der Weg über den Gruppenvertrag, den selbst viele Vermittler nicht kennen

Symbolbild zum Ratgeber PKV trotz Ablehnung

Eine Ablehnung von der PKV fühlt sich an wie eine Tür, die endgültig zugefallen ist. Ich erlebe in der Beratung immer wieder, dass Menschen genau an diesem Punkt resignieren und sich mit der gesetzlichen Krankenversicherung abfinden, obwohl es einen Weg zurück in die PKV gäbe. Dieser Weg ist kein Geheimnis, aber er ist erstaunlich wenig bekannt, selbst unter Kollegen in der Vermittlung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Berufsverbände, Kammern und Vereine schließen mit einzelnen PKV-Anbietern Gruppenverträge, über die ihre Mitglieder zu erleichterten Bedingungen aufgenommen werden.
  • Eine echte Annahmegarantie bedeutet einen vertraglichen Kontrahierungszwang: Der Versicherer darf aus gesundheitlichen Gründen nicht ablehnen, ein möglicher Risikozuschlag ist typischerweise auf 30 Prozent gedeckelt, Leistungsausschlüsse sind unzulässig.
  • Gesundheitsfragen werden trotzdem gestellt und ausgewertet, eine Garantie ist kein Freifahrtschein, falsche Angaben bleiben genauso riskant wie bei jedem anderen Antrag.

Was ein Gruppenvertrag ist und warum er anders rechnet als ein Einzelantrag

Ein Gruppenvertrag entsteht, wenn ein Berufsverband, eine Kammer oder ein Verein mit einem einzelnen PKV-Anbieter einen Rahmenvertrag für seine Mitglieder abschließt. Der entscheidende Unterschied zum Einzelantrag liegt im Risikoausgleich: Während ein Versicherer bei einem einzelnen Antrag ausschließlich dein persönliches Risiko kalkuliert, gleichen sich die Kosten innerhalb eines ganzen Mitgliederkollektivs gegenseitig aus. Dadurch kann derselbe Versicherer, der dich als Einzelperson abgelehnt oder nur mit hohem Zuschlag angenommen hätte, dich über den Gruppenvertrag deutlich entspannter aufnehmen, bei manchen Modellen sogar ganz ohne Gesundheitsfragen oder ohne den sonst üblichen Einwand bereits bestehender Vorerkrankungen.

Wichtig für die Einordnung: Das ist nicht dasselbe wie die bekanntere Öffnungsaktion für Beamte, die ich im Beitrag Beamten-Öffnungsaktion PKV beschreibe. Die Öffnungsaktion gilt nur innerhalb eines festen Zeitfensters nach der Verbeamtung, Gruppenverträge über Berufsverbände und Kammern sind dagegen grundsätzlich an die Mitgliedschaft gebunden, nicht an einen Stichtag, und stehen damit deutlich mehr Menschen offen, als die meisten vermuten.

Wer tatsächlich Zugang zu einem solchen Vertrag hat

Gruppenverträge existieren vor allem für akademische und kammerpflichtige Berufe: Ärzte und Zahnärzte über ihre Kammern und kassenärztlichen Vereinigungen, Rechtsanwälte und Notare, Ingenieure über Ingenieurkammern oder den VDI, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Apotheker, Architekten, und auch weniger offensichtliche Gruppen wie Übersetzer und Dolmetscher über ihren Berufsverband oder Journalisten über ihre Verbände. Manche dieser Mitgliedschaften sind für deinen Beruf ohnehin verpflichtend, in diesem Fall hast du den Zugang unter Umständen längst, ohne es zu wissen. Andere Verbände nehmen freiwillig Mitglieder aus der Branche auf, auch hier kann sich eine Mitgliedschaft allein wegen des PKV-Zugangs lohnen, wenn du fachlich in den jeweiligen Berufsbereich fällst.

Genau hier liegt der Grund, warum dieser Weg so selten genutzt wird: Du musst erst wissen, dass eine für dich relevante Organisation überhaupt einen solchen Rahmenvertrag hat, und mit welchem Versicherer, bevor du diesen Zugang nutzen kannst. Diese Informationen sind nicht zentral gesammelt und ändern sich auch mit der Zeit, weshalb selbst manche Versicherungsvermittler diesen Weg nicht systematisch prüfen, sondern direkt den Einzelantrag stellen.

Was eine echte Annahmegarantie konkret bedeutet, und was nicht

Der zentrale Begriff ist der Kontrahierungszwang: Bei einer echten Annahmegarantie ist der Versicherer vertraglich verpflichtet, dich als versicherungsfähiges Mitglied der Organisation aufzunehmen, er darf dich nicht allein aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. Ein möglicher Risikozuschlag ist bei diesen Modellen typischerweise auf 30 Prozent des Tarifbeitrags gedeckelt, und Leistungsausschlüsse für einzelne Vorerkrankungen sind in der Regel unzulässig, ein Unterschied, der bei einer schweren Vorerkrankung finanziell erheblich sein kann, weil ein Ausschluss im Einzelvertrag sonst genau die Behandlung ausklammern würde, die du am ehesten brauchst.

Das heißt aber nicht, dass die Aufnahme bedingungslos ist. Gesundheitsfragen werden bei den meisten Gruppenverträgen weiterhin gestellt und ausgewertet, nur eben nach großzügigeren Maßstäben als im freien Markt. Falschangaben sind auch hier eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht mit denselben Risiken wie bei jedem anderen Antrag. Bleibt eine Erkrankung weiterhin aktiv behandlungsbedürftig oder besonders schwerwiegend, bleiben auch über den Gruppenvertrag Zuschläge oder in seltenen Fällen Einschränkungen möglich, nur eben gedeckelt und fairer kalkuliert als im Einzelgeschäft.

Gemeinsam den passenden Zugang finden

Ob eine Organisation in deiner Branche einen Gruppenvertrag hat, der dir trotz Vorerkrankung oder vorheriger Ablehnung einen Zugang zur PKV verschafft, prüfe ich für dich. Meld dich, ich zeige dir, wie wir das gemeinsam in die Wege leiten, von der passenden Mitgliedschaft bis zum Antrag über den richtigen Rahmenvertrag.

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Warum sich eine Prüfung lohnt, auch wenn du schon abgelehnt wurdest

Eine Ablehnung bei einem Versicherer im freien Markt sagt nichts darüber aus, wie derselbe oder ein anderer Versicherer deinen Fall über einen Gruppenvertrag einschätzen würde, weil dort eine andere Kalkulationslogik gilt. Gerade wenn du in den vergangenen Jahren eine Absage erhalten hast und seitdem angenommen hast, PKV sei für dich keine Option mehr, lohnt sich ein zweiter Blick über genau diesen Weg. Die größte Hürde ist dabei selten die Gesundheitsfrage selbst, sondern schlicht das Wissen, dass dieser Zugang existiert und wie du ihn konkret nutzt.

Bei PKV mit System gehört die Prüfung möglicher Gruppenvertragszugänge für mich zum Standardvorgehen bei jedem Kunden mit Vorerkrankung, bevor ich überhaupt einen Einzelantrag in Erwägung ziehe. Das ist oft der Unterschied zwischen einer Ablehnung und einer Aufnahme zu fairen Bedingungen.

Welche Fragen stellen sich noch zum Gruppenvertrag in der PKV?

Muss ich schon lange Mitglied einer Organisation sein, um den Zugang zu nutzen?

In der Regel nicht, entscheidend ist die aktuelle, versicherungsfähige Mitgliedschaft zum Zeitpunkt deines Antrags, nicht eine bestimmte Mindestdauer.

Kann ich über einen Gruppenvertrag auch Familienmitglieder versichern?

Das hängt vom jeweiligen Rahmenvertrag ab, manche Modelle schließen mitversicherte Angehörige ein, andere gelten ausschließlich für das Verbandsmitglied selbst.

Verliere ich den Gruppenvertrags-Tarif, wenn ich aus dem Verband austrete?

Das ist vertragsabhängig, bei manchen Modellen bleibt der bestehende Vertrag auch nach Austritt erhalten, bei anderen ist die fortlaufende Mitgliedschaft Voraussetzung, das solltest du vor einem Austritt in jedem Fall klären.

Wenn du wissen willst, ob dir eine Mitgliedschaft in deiner Branche einen Zugang zur PKV verschafft, der dir bisher verschlossen schien, buch dir hier dein kostenloses Erstgespräch. Ich prüfe das für dich, egal ob du schon einmal abgelehnt wurdest oder es noch gar nicht versucht hast.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

  • Physiotherapeut: Recura Akademie, Abschluss im Jahr 2012
  • Betriebswirt Gesundheitsmanagement: VWA Mecklenburg-Vorpommern, Abschluss im Jahr 2020
  • Bachelor of Business Administration: Steinbeis Hochschule, Abschluss im Jahr 2021
  • Versicherungsfachmann: Industrie- und Handelskammer Leipzig
  • Experte betriebliche Altersvorsorge: Deutsche Versicherungsakademie, Abschluss im Jahr 2023

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David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren