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Recht & Steuern

PKV und Scheidung: Warum dein Vertrag meist ruhiger bleibt, als du fürchtest

Symbolbild zum Ratgeber PKV und Scheidung

Eine Scheidung bringt genug durcheinander, ohne dass du dich auch noch um deine Krankenversicherung sorgen musst. Die gute Nachricht vorweg: Anders als bei vielen anderen gemeinsamen Vertragsverhältnissen bleibt deine PKV selbst von einer Scheidung meist erstaunlich unberührt. Trotzdem gibt es einige Stellen, an denen sich Klarheit lohnt, bevor Missverständnisse teuer werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung, jeder Ehepartner und jedes Kind hat einen eigenen Vertrag, der durch eine Scheidung nicht automatisch berührt wird.
  • Deine Alterungsrückstellungen sind kein frei verfügbares Vermögen und fließen deshalb nach einer Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs von 1999 nicht in den Zugewinnausgleich ein, anders als etwa eine Lebensversicherung mit Rückkaufswert.
  • Für gemeinsame Kinder zählt der PKV-Beitrag unterhaltsrechtlich als Mehrbedarf, den der unterhaltspflichtige Elternteil zusätzlich zum regulären Kindesunterhalt trägt.

Warum dein eigener Vertrag meist unverändert weiterläuft

Der strukturelle Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung hilft dir hier tatsächlich: Weil es in der PKV keine beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern gibt, wie du sie aus der GKV kennst, hat jeder Erwachsene von Anfang an einen eigenen, eigenständigen Vertrag mit eigenem Beitrag. Eine Scheidung ändert an diesem Vertrag erst einmal nichts, du bleibst Versicherungsnehmer deines eigenen Tarifs, mit deinen eigenen Alterungsrückstellungen, unabhängig davon, wie die Trennung sonst verläuft. Es gibt also keinen Vertrag, der im Scheidungsfall aufgeteilt werden müsste, wie das bei einem gemeinsamen Konto oder einer gemeinsam finanzierten Immobilie der Fall wäre.

Was mit deinen Alterungsrückstellungen passiert, und warum das beruhigend ist

Die Sorge, die ich in Beratungsgesprächen am häufigsten höre, lautet: Muss ich meinem Ex-Partner die Hälfte meiner über Jahre angesparten Alterungsrückstellungen abgeben? Die Antwort ist nein. Der Bundesgerichtshof hat bereits 1999 grundsätzlich entschieden, dass Alterungsrückstellungen in der PKV kein frei verfügbares Vermögen sind, sie dienen ausschließlich der Beitragssicherung in deinem eigenen Vertrag und haben für dich selbst keinen Rückkaufswert, den du dir auszahlen lassen könntest. Weil ihnen dieser Vermögenswert im rechtlichen Sinn fehlt, fließen sie auch nicht in den Zugewinnausgleich ein, anders als etwa eine Lebensversicherung mit echtem Rückkaufswert, die dort durchaus berücksichtigt wird. Denselben Mechanismus beschreibe ich ausführlicher mit einem konkreten Rechenbeispiel im Beitrag Beitragsentlastungstarif in der PKV, wo das Fehlen eines Rückkaufswerts sogar zu einem handfesten Vorteil gegenüber einer privaten Kapitalanlage wird.

Auch der Versorgungsausgleich, den viele mit dem Zugewinnausgleich verwechseln, betrifft deine Krankenversicherung nicht. Der Versorgungsausgleich erfasst ausschließlich echte Altersversorgungsanrechte, gesetzliche Rente, Betriebsrente, Riester- oder Rürup-Verträge, berufsständische Versorgungswerke oder eine Beamtenpension. Deine PKV ist rechtlich eine Krankenversicherung, keine Altersversorgung, und bleibt deshalb außen vor.

Was bei gemeinsamen Kindern wirklich zählt

Auch eure Kinder haben in der PKV von Anfang an eigene, eigenständige Verträge, eine beitragsfreie Mitversicherung wie in der GKV gibt es dort nicht. Dieser Vertrag bleibt nach der Scheidung bei dem Elternteil bestehen, der ihn ursprünglich als Versicherungsnehmer abgeschlossen hat, unabhängig vom Sorgerecht. Unterhaltsrechtlich zählt der PKV-Beitrag deines Kindes als sogenannter Mehrbedarf, zusätzlich zum regulären Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Ist der andere Elternteil unterhaltspflichtig und leistungsfähig, muss er sich an diesen Kosten beteiligen, das gilt unabhängig davon, bei wem das Kind hauptsächlich lebt.

Ein Sonderfall lohnt sich, wenn ein Elternteil gesetzlich und der andere privat versichert ist: Während der Ehe wird das Kind meist über den PKV-Elternteil mitversichert, weil das vor der Trennung praktischer erschien. Nach einer rechtskräftigen Scheidung kann es sich lohnen zu prüfen, ob das Kind stattdessen in die beitragsfreie Familienversicherung des gesetzlich versicherten Elternteils wechseln kann, ein Weg, der während des gemeinsamen Haushalts oft gar nicht in Betracht gezogen wurde, nach der Trennung aber bares Geld sparen kann.

Nach der Scheidung neu aufstellen

Eine Trennung ist oft der richtige Moment, den eigenen PKV-Vertrag unabhängig vom bisherigen Familienkontext neu zu betrachten, vom passenden Beitragsniveau bis zur richtigen Absicherung für deine neue Lebenssituation. Ich schau mir das kostenlos mit dir an, in einem 30-minütigen Erstgespräch.

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Was du in der Praxis als Erstes klären solltest

Auch wenn dein eigener Vertrag rechtlich stabil bleibt, lohnt sich nach einer Scheidung ein nüchterner Blick auf die praktischen Fragen: Passt dein bisheriger Tarif noch zu deiner neuen finanziellen Situation, wer trägt künftig die Beiträge für mitversicherte Kinder, und lohnt sich für das Kind ein Wechsel in die gesetzliche Familienversicherung des anderen Elternteils. Diese Fragen lassen sich sachlich und unabhängig vom emotionalen Teil der Trennung klären, und genau das entlastet in einer ohnehin belastenden Phase.

Bei PKV mit System begleite ich Kunden in genau dieser Situation, nicht nur rechtlich einordnend, sondern auch ganz praktisch: welcher Tarif jetzt noch passt, wie ihr die Beiträge für die Kinder sauber regelt, und ob sich für irgendeine Seite ein Wechsel lohnt.

Welche Fragen stellen sich noch zu PKV und Scheidung?

Muss ich meinen Ex-Partner über eine Beitragsanpassung meines eigenen Vertrags informieren?

Nein, da es sich um deinen eigenständigen Vertrag handelt, betrifft eine Beitragsanpassung ausschließlich dich, unabhängig vom Stand der Scheidung.

Was passiert, wenn mein Ex-Partner die Kinderbeiträge nicht zahlt?

Dann bleibt zunächst der Versicherungsnehmer des Kindervertrags gegenüber dem Versicherer zahlungspflichtig, die Durchsetzung der Unterhaltspflicht gegenüber dem anderen Elternteil läuft über das Unterhaltsrecht, unabhängig davon.

Kann ich nach einer Scheidung einfacher in die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln?

Eine Scheidung allein begründet keine Rückkehrmöglichkeit in die GKV, maßgeblich bleiben die allgemeinen Voraussetzungen, etwa ein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze oder dein Alter.

Wenn du nach einer Trennung wissen willst, wie du deinen PKV-Vertrag und die Absicherung eurer Kinder sauber und fair regelst, buch dir hier dein kostenloses Erstgespräch. Ich ordne deine Situation nüchtern ein, ganz ohne zusätzlichen Stress.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

  • Physiotherapeut: Recura Akademie, Abschluss im Jahr 2012
  • Betriebswirt Gesundheitsmanagement: VWA Mecklenburg-Vorpommern, Abschluss im Jahr 2020
  • Bachelor of Business Administration: Steinbeis Hochschule, Abschluss im Jahr 2021
  • Versicherungsfachmann: Industrie- und Handelskammer Leipzig
  • Experte betriebliche Altersvorsorge: Deutsche Versicherungsakademie, Abschluss im Jahr 2023

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David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren