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Pflegeversicherung

Pflegetagegeld: Die sinnvolle Ergänzung zur Pflegepflichtversicherung

Symbolbild zum Ratgeber Pflegetagegeld

Rund 3.364 Euro im Monat zahlt eine Pflegeheim-Bewohnerin oder ein Pflegeheim-Bewohner im ersten Jahr im Bundesdurchschnitt selbst dazu, trotz bestehender Pflegepflichtversicherung. Diese Zahl überrascht die meisten meiner Kunden, wenn sie sie zum ersten Mal hören, weil sie die Pflegepflichtversicherung fälschlich für eine Vollabsicherung halten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Pflegetagegeld zahlt dir eine im Vertrag frei vereinbarte Summe, sobald ein bestimmter Pflegegrad festgestellt wird, oft schon ab Pflegegrad 1.
  • Anders als bei einer Pflegekostenversicherung musst du für ein Pflegetagegeld keine Rechnungen einreichen, das Geld steht dir frei zur Verfügung.
  • Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger kalkuliert der Versicherer dein lebenslanges Pflegerisiko.

Was deckt deine Pflegepflichtversicherung nicht ab?

Deine private Pflegepflichtversicherung ist als Teilleistungssystem konzipiert, sie übernimmt einen festen Zuschuss je Pflegegrad, nicht die tatsächlich anfallenden Kosten. Wie diese Grundabsicherung im Detail funktioniert, welche Beitragsberechnung dahintersteckt und warum sie anders kalkuliert wird als die gesetzliche Pflegeversicherung, erkläre ich ausführlich im Beitrag Pflegepflichtversicherung in der PKV. Für diesen Beitrag reicht der Kernpunkt: Die Differenz zwischen diesem Zuschuss und den realen Kosten trägst du oder deine Familie, und diese Differenz ist bei den meisten Pflegegraden erheblich.

Wie funktioniert ein Pflegetagegeld im Alltag?

Ein Pflegetagegeld ist eine freiwillige, zusätzliche Versicherung, die dir bei Pflegebedürftigkeit eine fest vereinbarte Summe pro Tag oder Monat auszahlt, gestaffelt nach dem jeweils festgestellten Pflegegrad. Du legst die Höhe bereits bei Vertragsabschluss fest und kannst für ambulante und stationäre Pflege sogar unterschiedliche Beträge vereinbaren, je nachdem, welches Szenario für dich wahrscheinlicher oder wichtiger ist.

Der entscheidende Unterschied zu einer Pflegekostenversicherung: Du musst keine einzelnen Rechnungen einreichen und nachweisen, wofür du das Geld ausgegeben hast. Sobald der vereinbarte Pflegegrad amtlich festgestellt ist, überweist dir der Versicherer die vereinbarte Summe, unabhängig davon, ob du damit einen Pflegedienst bezahlst, Angehörige unterstützt, die dich pflegen, oder Umbauten in deiner Wohnung finanzierst.

Ab welchem Pflegegrad zahlt ein Pflegetagegeld?

Hier liegt einer der größten praktischen Vorteile gegenüber der gesetzlichen Parallelwelt: Während das Pflegegeld der sozialen Pflegeversicherung erst ab Pflegegrad 2 fließt, zahlen viele private Pflegetagegeldtarife bereits ab Pflegegrad 1, wenn auch mit einer geringeren Anfangssumme. Gerade der Übergang zwischen völliger Selbstständigkeit und einer beginnenden Pflegebedürftigkeit, der oft schleichend verläuft und mit vielen kleinen zusätzlichen Kosten verbunden ist, wird dadurch spürbar besser abgefedert als über die reine Pflegepflichtversicherung.

Wie hoch solltest du dein Pflegetagegeld wählen?

Eine pauschale Empfehlung greift hier zu kurz, weil die passende Höhe von deiner individuellen Versorgungslücke abhängt, nicht von einem Marktdurchschnitt. Sinnvoll ist es, von der Differenz zwischen dem Zuschuss deiner Pflegepflichtversicherung bei höheren Pflegegraden und den realistischen Kosten eines Pflegeheimplatzes in deiner Region auszugehen und diese Lücke gezielt zu schließen. Wer vor allem die häusliche Pflege durch Angehörige finanziell absichern möchte, setzt oft einen anderen Schwerpunkt als jemand, der primär das Risiko eines stationären Aufenthalts abdecken will.

Diese Bedarfsermittlung, wie hoch deine tatsächliche Lücke ausfällt und wie sie sich mit steigendem Pflegegrad verändert, rechne ich bei PKV mit System für jeden Kunden individuell durch, statt eine Tagessatz-Empfehlung aus dem Bauch heraus zu geben.

Wann lohnt sich der Abschluss am meisten?

Wie bei jeder Risikoversicherung gilt: Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger kalkuliert der Versicherer dein Risiko über die gesamte Vertragslaufzeit, weil er mit einer langen beitragszahlenden Phase vor einem möglichen Leistungsfall rechnet. Wer wartet, bis erste gesundheitliche Einschränkungen spürbar werden, riskiert entweder einen deutlich höheren Beitrag oder eine Ablehnung, denn auch ein Pflegetagegeld durchläuft bei Antragstellung eine Gesundheitsprüfung.

Viele denken bei Pflegeabsicherung zuerst an die eigenen Eltern und übersehen dabei, wie früh sich ein Abschluss für die eigene, spätere Absicherung lohnen würde, ein Denkfehler, den ich in Beratungsgesprächen regelmäßig aufkläre.

Worauf solltest du beim Tarifvergleich achten?

  • Ab welchem Pflegegrad der Tarif tatsächlich zahlt, manche Tarife beginnen erst ab Pflegegrad 2 oder 3, nicht schon ab Pflegegrad 1.
  • Ob die vereinbarte Summe jährlich dynamisch angepasst wird, damit sie mit steigenden Pflegekosten Schritt hält.
  • Ob eine Beitragsdynamik oder ein Verzicht auf spätere Nachversicherung im Vertrag enthalten ist.
  • Wie der Versicherer bei der Begutachtung durch Medicproof mit Ermessensspielräumen umgeht, ein Blick auf unabhängige Testberichte lohnt sich hier.
Merkmal Pflegepflichtversicherung Pflegetagegeld
Verpflichtung Gesetzlich vorgeschrieben für jeden PKV-Versicherten Freiwillig, zusätzlich abschließbar
Leistungsbeginn Ab Pflegegrad 2, je nach Leistungsart Bei vielen Tarifen bereits ab Pflegegrad 1
Verwendung der Leistung Fester, tarifgebundener Zuschuss je Pflegegrad Frei verwendbar, keine Nachweispflicht
Deckung der realen Kosten Nur ein Teil, spürbare Lücke bleibt bestehen Ergänzt die Lücke, individuell wählbare Höhe

Welche Fragen stellen sich noch zum Pflegetagegeld?

Brauche ich ein Pflegetagegeld auch bei pflegebereiten Angehörigen?

Gerade dann lohnt es sich oft besonders, weil das Tagegeld pflegende Angehörige finanziell entlasten kann, etwa durch reduzierte Arbeitszeit oder zusätzliche Unterstützung im Alltag.

Verfällt mein Pflegetagegeld ohne einen Leistungsfall?

Ja, wie bei den meisten Risikoversicherungen gibt es ohne Leistungsfall keine Auszahlung, die Versicherung sichert ein Risiko ab, sie ist kein Sparprodukt.

Kann ich die Höhe meines Pflegetagegelds später erhöhen?

Bei vielen Tarifen ist eine spätere Erhöhung möglich, meist aber erneut verbunden mit einer Gesundheitsprüfung für den zusätzlichen Anteil, ein früher ausreichend hoher Abschluss vermeidet dieses Risiko.

Ist ein Pflegetagegeld auch für gesetzlich Versicherte sinnvoll?

Ja, das Prinzip der Versorgungslücke betrifft gesetzlich und privat Versicherte gleichermaßen, ein Pflegetagegeld lässt sich unabhängig von deiner Krankenversicherung abschließen.

Wenn du wissen willst, wie groß deine persönliche Pflegelücke tatsächlich ausfällt und welche Tagegeldhöhe realistisch zu deiner Situation passt, buch dir hier ein kostenloses Erstgespräch mit mir. Ich rechne mit dir gemeinsam, was im Ernstfall tatsächlich fehlen würde.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

  • Physiotherapeut: Recura Akademie, Abschluss im Jahr 2012
  • Betriebswirt Gesundheitsmanagement: VWA Mecklenburg-Vorpommern, Abschluss im Jahr 2020
  • Bachelor of Business Administration: Steinbeis Hochschule, Abschluss im Jahr 2021
  • Versicherungsfachmann: Industrie- und Handelskammer Leipzig
  • Experte betriebliche Altersvorsorge: Deutsche Versicherungsakademie, Abschluss im Jahr 2023

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Ich schaue mir deine Ausgangslage an und zeige dir, welcher Tarif zu deinem Leben passt.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren