Bei einer Beitragserhöhung der Barmenia Gothaer gilt allein, was Dein persönliches Schreiben nennt, denn geprüft wird je Tarif. Barmenia und Gothaer waren nach unserem letzten Stand vom August 2026 weiterhin zwei getrennte Krankenversicherer. Eine offizielle Tarifliste mit Prozentwerten für das Jahr 2027 haben wir bei beiden bis zum 04.11.2026 nicht gefunden.
Wir ordnen ein, was für das Jahr 2027 feststeht und welche Fristen ab dem Zugang Deines Schreibens laufen. Danach geht es um die Wege, mit denen Du Deinen Beitrag senken kannst, und um die Fälle, in denen sie sich für Dich nicht rechnen.
Wie stark steigen die Beiträge bei der Barmenia Gothaer im Jahr 2027?
Für die Barmenia und die Gothaer liegt Stand 04.11.2026 kein Prozentwert vor, den wir mit einer Quelle der Versicherer belegen können. Belegen können wir bisher nur den Branchenwert des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband). Danach steigen die Beiträge für rund 53 % der Privatversicherten zum 1. Januar 2027 voraussichtlich um durchschnittlich 13,4 %.
Der Wert ist ein Branchendurchschnitt, für einzelne Unternehmen und Tarife nennt der Verband keine Zahl. Versicherte, deren Unternehmen unterjährig anpasst, fehlen in der Auswertung. Der Durchschnitt sagt Dir deshalb wenig darüber, was in Deinem Schreiben steht.
Im Netz kursieren außerdem Tabellen je Tarif, etwa zu einsA bei der Barmenia oder zu MediVita bei der Gothaer. Sie beziehen sich auf das Neugeschäft, also auf die Preise für neue Kunden, und nennen keine Quelle der Versicherer. Für bestehende Verträge fehlen dort die Werte, deshalb übertragen wir solche Zahlen nicht auf Deinen Vertrag.
Der PKV-Verband nennt für die Anpassung zum 1. Januar 2027 diese Durchschnittswerte:
| Betroffene Privatversicherte | Voraussichtliche durchschnittliche Anpassung zum 1. Januar 2027 |
|---|---|
| Alle betroffenen Versicherten | 13,4 % |
| Versicherte in Beihilfetarifen | 11,4 % |
| Versicherte in allen anderen Tarifen | 15,3 % |
Auf einen Monatsbeitrag von 600 € als reine Rechengröße bedeuten 13,4 % ein Plus von 80,40 € im Monat und 964,80 € im Jahr. Dein eigener Beitrag sieht anders aus, weil viele Faktoren den Preis bestimmen, darunter Eintrittsalter, Vorerkrankungen, bei Beamten das Bundesland sowie die gewählten Bausteine.
Gilt nach der Fusion ein gemeinsamer Beitrag bei der Barmenia Gothaer?
Nein, nach der Fusion gehören zwei Krankenversicherer mit eigenen Tarifen zu einem Konzern. Der Zusammenschluss ist seit September 2024 vollzogen, die Barmenia Krankenversicherung AG und die Gothaer Krankenversicherung AG bestanden nach unserem letzten Stand aber weiter nebeneinander. Noch im August 2026 wies die Gruppe ihre Beitragsrückerstattung getrennt aus, rund 68,7 Mio. € an etwa 87.700 Versicherte der Barmenia und rund 36,6 Mio. € an etwa 45.000 Kunden der Gothaer.
Geplant ist die Verschmelzung der Gothaer Krankenversicherung AG auf die Barmenia Krankenversicherung AG. Im Jahr 2024 nannte die Gruppe dafür bis zu drei Jahre und erklärte, Versicherungsschutz und Prämien seien davon nicht betroffen. Nach Angaben aus dem Dezember 2025 verzögert sich der Schritt wegen der Reform der Gebührenordnung für Ärzte, ein neuer Termin blieb offen. Einen jüngeren Stand haben wir bis zum 04.11.2026 nicht gefunden.
Für Deine Anpassung zählt die Prüfung je Tarif. § 155 Abs. 3 und 4 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) verlangt den Vergleich für jeden einzelnen Tarif, über die Anpassung bestimmt damit Dein Tarif und weniger die Konzernzugehörigkeit. Belege für eine gemeinsame Beitragskalkulation beider Gesellschaften haben wir nicht gefunden.
Warum kommt eine Beitragserhöhung bei der Barmenia Gothaer in Sprüngen?
Eine Beitragserhöhung kommt in Sprüngen, weil ein Versicherer erst anpassen darf, wenn in einem Tarif ein gesetzlicher Schwellenwert überschritten ist. Bei den Versicherungsleistungen liegt er bei einer Abweichung von mehr als 10 %, sofern die Vertragsbedingungen keinen niedrigeren Wert vorsehen (§ 155 Abs. 3 VAG). Bei den Sterbewahrscheinlichkeiten gilt eine Abweichung von mehr als 5 % (§ 155 Abs. 4 VAG).
Bleibt ein Tarif unter dem Schwellenwert, darf der Versicherer nicht anpassen, selbst wenn die Kosten über mehrere Jahre steigen. Diese Steigerungen sammeln sich an und landen später auf einmal im Beitrag. Deshalb kann ein Tarif mehrere Jahre ruhig laufen und dann zweistellig zulegen.
Den aktuellen Anstieg erklärt der PKV-Verband vor allem mit höheren Ausgaben im Jahr 2025. Allgemeine Krankenhausleistungen kosteten knapp 7,5 % mehr, Arzneimittel rund 8 %, Heilmittel über 6,6 % und die ambulante Arztbehandlung 6 %. Das sind Branchenwerte, tarifbezogene Zahlen der Barmenia oder der Gothaer liegen uns dazu nicht vor.
Allein darf der Versicherer die Beiträge nicht ändern. Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verlangt in § 203 Abs. 2 eine dauerhafte Veränderung der Rechnungsgrundlagen, also der Annahmen zu Leistungen und Sterblichkeit, und die Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders. Dieser prüft die Prämienänderung auf ihren Einklang mit den Rechtsvorschriften (§ 155 Abs. 1 VAG).
Wann wird eine Beitragserhöhung der Barmenia Gothaer wirksam?
Eine Beitragserhöhung wird zu Beginn des zweiten Monats wirksam, der auf die Mitteilung des neuen Beitrags und seiner maßgeblichen Gründe folgt (§ 203 Abs. 5 VVG). Trifft Dein Schreiben im November 2026 ein, zählt der Dezember als erster und der Januar als zweiter Monat, der neue Beitrag gilt also ab dem 01.01.2027. Kommt es erst im Dezember, gilt er ab dem 01.02.2027.
Ob Dein Tarif zum Jahreswechsel oder unterjährig ansteht, nennt nur Dein Schreiben. Das gilt für die Barmenia und die Gothaer jeweils getrennt, weil beide ihre Tarife selbst führen.
Parallel läuft die Frist für das Sonderkündigungsrecht. Du hast zwei Monate ab Zugang der Mitteilung (§ 205 Abs. 4 VVG), und eine Kündigung in dieser Frist wirkt zum Erhöhungstermin. Notiere Dir deshalb den Tag, an dem das Schreiben bei Dir eingegangen ist.
Aus diesen Regeln ergeben sich zum Beispiel folgende Termine:
| Zugang Deines Schreibens | Neuer Beitrag gilt ab | Kündigung muss beim Versicherer sein bis |
|---|---|---|
| 05.11.2026 | 01.01.2027 | 05.01.2027 |
| 20.11.2026 | 01.01.2027 | 20.01.2027 |
| 10.12.2026 | 01.02.2027 | 10.02.2027 |
Du musst also nicht in der ersten Woche reagieren. Plane die Prüfung trotzdem früh ein, denn ein Vergleich innerhalb Deiner Gesellschaft braucht Zeit, und eine Kündigung setzt einen neuen Vertrag voraus.
Was muss im Erhöhungsschreiben der Barmenia oder der Gothaer stehen?
Im Erhöhungsschreiben müssen der neue Beitrag, seine maßgeblichen Gründe und der Hinweis auf Dein Recht zum Tarifwechsel stehen. Prüfe zuerst den Absender und den vollständigen Tarifnamen, denn beide Krankenversicherer führen eigene Tarife. Der Name einer Tarifreihe reicht für eine Aussage zu Deinem Vertrag nicht aus.
Der Bundesgerichtshof hat die Anforderungen an die Begründung am 16.12.2020 festgelegt (IV ZR 294/19 und IV ZR 314/19). Der Versicherer muss die Rechnungsgrundlage nennen, deren Veränderung die Anpassung ausgelöst hat. Die Höhe dieser Veränderung muss er nicht angeben.
Dazu kommt § 6 Abs. 2 der VVG-Informationspflichtenverordnung. Bei jeder Prämienerhöhung muss der Versicherer auf den Tarifwechsel nach § 204 VVG hinweisen und den Gesetzestext beifügen. Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr gelten weitergehende Pflichten.
Gleiche Dein Schreiben mit dieser Liste ab:
- neuer Beitrag für Deinen Tarif
- Rechnungsgrundlage als Auslöser der Anpassung
- Hinweis auf den Tarifwechsel mit Gesetzestext
- ab 60 Jahren höchstens zehn günstigere Tarife mit Prämie
- ab 60 Jahren Hinweis auf Standardtarif oder Basistarif
Fehlt ein Punkt, notiere ihn und lass das Schreiben prüfen, solange Deine Kündigungsfrist noch läuft.
Kannst Du gegen eine Beitragserhöhung der Barmenia Gothaer vorgehen?
Ja, Du kannst eine Beitragserhöhung prüfen lassen, Aussicht auf Erfolg hat das aber nur bei einem Mangel in Begründung oder Kalkulation. Ob die Schreiben der Barmenia und der Gothaer für das Jahr 2027 ausreichend begründet sind, lässt sich nur am einzelnen Schreiben klären. Eine hohe Prozentzahl allein reicht dafür nicht, das Gesetz nennt keine Obergrenze.
Bei einer unzureichenden Begründung kann der Versicherer nachbessern. Die Erhöhung wird dann erst zu Beginn des zweiten Monats nach Zugang der Nachbesserung wirksam, rückwirkend heilt er den Fehler laut Bundesgerichtshof nicht. Ein zweiter Ansatz steckt in § 155 Abs. 3 Satz 4 VAG. Danach scheidet eine Anpassung aus, soweit die Leistungen bei der Erst- oder Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein Aktuar, also ein Versicherungsmathematiker, das hätte erkennen müssen.
Rechne bei einem Erfolg wegen mangelhafter Begründung mit einer zeitlich begrenzten Wirkung, weil der Versicherer die Begründung nachholen kann und auch eine spätere wirksame Anpassung den Beitrag neu festsetzt. Wann sich der Streit um eine unwirksame Beitragserhöhung für Dich rechnet, hängt deshalb vom Einzelfall ab. Kürze den Beitrag während der Prüfung nicht auf eigene Faust, sonst gerätst Du in Rückstand.
Wie stabil bleiben die Beiträge bei der Barmenia Gothaer langfristig?
Dauerhaft fest bleibt ein Beitrag bei der Barmenia Gothaer nicht, weil das Gesetz ihn an die Kostenentwicklung im Tarif bindet. Eine belegte mehrjährige Beitragsreihe einzelner Tarife beider Gesellschaften liegt uns nicht vor, darum nennen wir keine Historie in Euro.
Als Branchenwert bietet sich die Auswertung an, die der PKV-Verband anführt. Die Beitragseinnahmen je Versichertem liegen danach von 2017 bis 2027 im Schnitt bei plus 5,1 % pro Jahr, in der gesetzlichen Krankenversicherung bei plus 5,3 %. Diese Zahl stammt vom Branchenverband und sagt über Deinen Tarif wenig aus.
Gesetzliche Rücklagen bremsen den Anstieg im Alter
Die Alterungsrückstellung ist die Rücklage, die der Versicherer aus Deinen Beiträgen für spätere Jahre bildet. Sie gilt für Verträge der Barmenia und der Gothaer nach denselben Vorschriften. Einen festen Beitrag sichert sie Dir nicht zu, sie mindert aber den Anstieg im Alter.
In der Vollversicherung kommen gesetzlich zwei weitere Quellen hinzu, ein Zuschlag von 10 % und ein Anteil an den Zinsüberschüssen. Der Zuschlag gilt allerdings nicht für befristete Verträge und nicht für Tarife, die spätestens mit der gesetzlichen Altersgrenze enden.
Wie viel davon auf Deinen Vertrag entfällt, erfragst Du am besten direkt bei Deinem Versicherer. Erst dieser Stand zeigt Dir, wie viel Rücklage für Dein Alter bereitsteht.
Das Versicherungsaufsichtsgesetz regelt dabei diese Punkte:
- 10 % Zuschlag ab dem Jahr nach Deinem 21. Geburtstag bis zum Jahr Deines 60. Geburtstags
- 90 % des Überzinses als Gutschrift auf die Rückstellung
- Einsatz dieser Gutschriften gegen Erhöhungen ab 65 Jahren
- Prämiensenkung aus nicht verbrauchten Beträgen mit 80 Jahren
Die Fundstellen dazu sind § 149 und § 150 VAG. Der Zuschlag bemisst sich an der Bruttoprämie, und der Überzins ist der Teil der Kapitalerträge, der über die kalkulierte Verzinsung hinausgeht.
Eigene Unterlagen ersetzen die fehlende Beitragshistorie
Deine letzten Anpassungsschreiben sagen mehr über Deine Beitragsstabilität aus als jeder Durchschnitt. Sie zeigen, wie oft Dein Versicherer den Tarif angepasst hat und wie stark die Sprünge ausgefallen sind.
Das Argument, ein Tarif werde teurer, sobald keine neuen Kunden nachkommen, weist der PKV-Verband zurück. Die Zahl neuer Kunden beeinflusst die Beitragsentwicklung der Versicherten laut Verband prinzipiell nicht. Der Blick auf den Vertrieb eines Tarifs ersetzt deshalb nie den Blick auf Deine eigenen Anpassungen.
Auch Deine Versichertengruppe spielt eine Rolle. In Beihilfetarifen, die Beamte neben der Beihilfe ihres Dienstherrn abschließen, liegt die Anpassung zum 1. Januar 2027 im Branchenschnitt voraussichtlich unter dem Wert der übrigen Tarife.
Für eine Einschätzung Deiner Stabilität sammelst Du am besten diese Unterlagen:
- aktueller Versicherungsschein mit Gesellschaft und Tarifname
- Anpassungsschreiben der letzten Jahre
- Beitrag je Baustein vor und nach der Erhöhung
- Stand Deiner Alterungsrückstellung
- vereinbarter Selbstbehalt
Mit diesen Angaben lässt sich Dein Tarif sauber mit anderen Tarifen Deiner Gesellschaft vergleichen.
Wie senkt ein Tarifwechsel nach § 204 VVG den Beitrag bei der Barmenia Gothaer?
Ein Tarifwechsel senkt den Beitrag, wenn Deine Gesellschaft einen günstigeren Tarif mit gleichartigem Schutz führt. Nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 VVG muss der Versicherer Deinen Antrag annehmen und Deine erworbenen Rechte sowie die Alterungsrückstellung anrechnen. Der PKV-Verband beschreibt diesen Weg als möglich ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten, solange der Schutz gleichartig bleibt.
Wählst Du im Zieltarif Mehrleistungen, darf der Versicherer dafür einen Leistungsausschluss verlangen oder einen angemessenen Risikozuschlag und eine Wartezeit. Wo beim Tarifwechsel nach § 204 VVG die Grenzen liegen, solltest Du vor dem Antrag klären. Das gilt besonders, wenn Du Leistungen aufgibst, die Du absehbar brauchst, denn für den Weg zurück kann der Versicherer dann einen Leistungsausschluss oder einen Risikozuschlag mit Wartezeit verlangen.
Für die Barmenia Gothaer kommt ein eigener Punkt hinzu. Der Anspruch richtet sich gegen Deinen Versicherer, ein Barmenia-Vertrag führt also zu Barmenia-Tarifen und ein Gothaer-Vertrag zu Gothaer-Tarifen. Solange beide getrennt bestehen, wäre der Schritt zur Schwestergesellschaft nach unserem Verständnis ein Versichererwechsel mit den Folgen, die wir beim Sonderkündigungsrecht beschreiben.
Ab 55 Jahren nennen die Unternehmen, die sich den Leitlinien der Branche angeschlossen haben, laut PKV-Verband passende Alternativen und antworten auf Anfragen zum Tarifwechsel binnen 15 Arbeitstagen. Das ist eine freiwillige Zusage. Ob sie für Deine Gesellschaft gilt, klären wir vor Deinem Antrag.
Lohnt sich ein höherer Selbstbehalt bei der Barmenia Gothaer?
Ein höherer Selbstbehalt lohnt sich bei der Barmenia Gothaer nur, wenn Du ihn dauerhaft aus eigener Tasche finanzieren kannst. Das rät auch der PKV-Verband. Senkt eine höhere Stufe Deinen Jahresbeitrag um 480 € und erhöht den Selbstbehalt um 600 €, stehst Du in einem Jahr mit voll ausgeschöpftem Selbstbehalt 120 € schlechter da. Beide Beträge sind Rechengrößen und keine Werte eines Barmenia- oder Gothaer-Tarifs.
Für Angestellte kommt hinzu, dass der Arbeitgeber zum Selbstbehalt keinen Zuschuss zahlt. Wie sich der Arbeitgeberzuschuss zur PKV in Deinem Fall verhält, gehört deshalb in die Rechnung.
Bei laufender Behandlung passt dieser Weg selten, weil Du den vollen Betrag vermutlich jedes Jahr zahlst. Wann der Selbstbehalt in der PKV den Beitrag spürbar senkt, hängt zudem vom Abstand der Stufen in Deinem Tarif ab. Willst Du später wieder niedriger einsteigen, kann das als Mehrleistung gelten, mit den oben genannten Folgen.
Wann lohnt sich das Sonderkündigungsrecht bei der Barmenia Gothaer?
Das Sonderkündigungsrecht lohnt sich bei der Barmenia Gothaer nur, wenn ein neuer Versicherer Dich annimmt und der Vorteil den Verlust an Alterungsrückstellung übersteigt. Die Kündigung einer Vollversicherung, die Deine Pflicht zur Krankenversicherung erfüllt (§ 193 Abs. 3 VVG), wirkt nach § 205 Abs. 6 VVG nur, wenn Du binnen zwei Monaten nach der Kündigung einen lückenlosen neuen Versicherungsschutz nachweist. Wer die PKV kündigen will, hat also zwei Fristen im Blick, die zwei Monate ab Zugang des Schreibens und die zwei Monate ab der Kündigung.
Teuer wird der Schritt bei der Alterungsrückstellung. Bei Verträgen ab dem 01.01.2009 geht nur die kalkulierte Rückstellung des Teils mit, der dem Basistarif entspricht (§ 204 Abs. 1 Nr. 2 VVG). Diesen Übertragungswert lässt Du Dir vor jeder Kündigung nennen, denn er kann deutlich unter Deiner gesamten Rückstellung liegen. Für Verträge von vor 2009 sieht das Gesetz keine Übertragung mehr vor, denn diese Möglichkeit endete mit Kündigungen vor dem 01.07.2009.
Dazu kommt die neue Gesundheitsprüfung. Aktuelle Anträge fragen ambulant in der Regel drei Jahre und stationär in der Regel fünf Jahre zurück, psychische Behandlungen je nach Versicherer fünf oder zehn Jahre. Kündige deshalb erst, wenn die Zusage des neuen Versicherers vorliegt.
Die gesetzliche Krankenversicherung erreichst Du über dieses Recht nicht ohne Weiteres. Die Rückkehr hängt an eigenen Voraussetzungen, bei Angestellten vor allem an der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € im Jahr 2026. Für das Jahr 2027 hat das Bundeskabinett 84.150 € beschlossen, die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.
Was können ältere Versicherte bei einer Beitragserhöhung der Barmenia Gothaer tun?
Ältere Versicherte sollten zuerst die Alternativen nutzen, die das Erhöhungsschreiben ab dem vollendeten 60. Lebensjahr nennen muss. Diese Auswahl stammt vom Versicherer selbst und umfasst höchstens zehn Tarife mit gleichartigem Schutz, deshalb lohnt sich ein eigener Blick auf die Leistungen jeder Alternative.
Ob die Gutschriften aus § 150 VAG eine Erhöhung ab dem vollendeten 65. Lebensjahr auffangen, hängt von ihrer Höhe ab. Lass Dir den Stand vom Versicherer nennen, denn wer PKV-Beiträge im Alter planen will, braucht diesen Wert.
Wir prüfen zuerst den Wechsel in einen Tarif Deiner eigenen Gesellschaft, der Basistarif dient als letzte Vergleichsgröße. Sein Höchstbeitrag liegt im Jahr 2026 bei 1.017,18 € im Monat für eine Einzelperson, die Pflegeversicherung kommt hinzu. Dein Beitrag dort kann niedriger liegen, weil auch hier Eintrittsalter und weitere Faktoren den Preis bestimmen. Einen Wert für das Jahr 2027 aus einer Primärquelle haben wir noch nicht.
FAQ zu Beitragserhöhung bei Barmenia Gothaer
Drei Einzelfragen zur Beitragserhöhung bei Barmenia und Gothaer bleiben nach dem Schreiben oft offen.
Wechseln Barmenia Kunden automatisch zur Gothaer oder umgekehrt?
Bisher nicht, denn beide Krankenversicherer bestanden nach unserem letzten Stand vom August 2026 getrennt. Mit der geplanten Verschmelzung ginge die Gothaer Krankenversicherung AG in der Barmenia Krankenversicherung AG auf, Gothaer-Verträge lägen dann kraft Gesetzes dort (§ 20 Abs. 1 Umwandlungsgesetz). Den umgekehrten Weg sieht der Plan nicht vor. Die Gruppe hat im Jahr 2024 erklärt, die Verschmelzung wirke sich nicht auf Versicherungsschutz oder Prämien aus. Eine verbindliche Zusage zum Ablauf liegt uns nicht vor.
Kann mich eine Anpassung auch in einem geschlossenen Tarif treffen?
Ja, das kann passieren. § 155 VAG knüpft den Vergleich an den einzelnen Tarif und unterscheidet nicht danach, ob ein Tarif für neue Kunden offen ist. Ob Dein Tarif betroffen ist, nennt Dein Schreiben.
Woran erkenne ich einen beitragsstabilen Tarif?
Einen dauerhaft beitragsstabilen Tarif kannst Du vorab nicht erkennen. Geht Dir keine Mitteilung zu, wird zu diesem Termin keine Anpassung nach § 203 VVG wirksam, eine spätere oder unterjährige Anpassung bleibt möglich. Listen stabiler Tarife der Gothaer oder der Barmenia können wir mit keiner Quelle der Versicherer belegen.
Wie hilft Dir unsere Tarifoptimierung nach der Beitragserhöhung bei der Barmenia Gothaer?
Unsere Tarifoptimierung klärt mit Dir, was die Erhöhung für Deinen Vertrag bedeutet und welcher Weg in Deiner Gesellschaft zu Dir passt. Dabei prüfen wir auch, ob die Barmenia, die Gothaer oder ein anderer Anbieter für Dich die bessere Lösung ist. Dein Ansprechpartner ist David Spradau.
Wir gehen Dein Schreiben durch, vergleichen Tarife mit gleichartigem Schutz und rechnen Selbstbehalt und Fristen mit Dir nach. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir dabei vorgehen, findest Du auf unserer Seite zur Tarifoptimierung.