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Zahlt die PKV?

Zahlt die PKV die Pille?

David Spradau
David Spradau Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026

Zur Verhütung nicht. Verordnet der Arzt die Pille zur Behandlung einer Erkrankung, ändert sich das Bild. Zahlt die PKV für die Pille? Empfängnisverhütung behandelt keine Krankheit. …

Zur Verhütung nicht. Verordnet der Arzt die Pille zur Behandlung einer Erkrankung, ändert sich das Bild.

Zahlt die PKV für die Pille?

Empfängnisverhütung behandelt keine Krankheit. Die Musterbedingungen knüpfen die Leistungspflicht an Krankheit, Unfallfolgen, Schwangerschaft und Entbindung sowie an Vorsorgeuntersuchungen, und Verhütung gehört zu keiner dieser Gruppen.

Vier medizinische Indikationen führen dagegen zur Erstattung:

  • schwere Akne, die auf andere Behandlungen nicht anspricht
  • Endometriose mit Beschwerden
  • Zyklusstörungen mit Krankheitswert, etwa starke oder unregelmäßige Blutungen
  • polyzystisches Ovarialsyndrom

Den Ausschlag gibt, was auf dem Rezept und in der Dokumentation steht. Vermerkt der Arzt die Diagnose und bezieht die Verordnung darauf, zählt das Präparat als Arzneimittel im Sinne der Bedingungen und läuft über deinen Arzneimittelbaustein, bei der NÜRNBERGER TOP2 etwa mit 2.045 Euro pro Versicherungsjahr zu 80 Prozent und darüber zu 100 Prozent.

Voraussetzungen, damit die PKV für die Pille zahlt

Ohne dokumentierte Erkrankung führt kein Weg zur Erstattung. Die Verhütungswirkung darf dabei nicht den eigentlichen Zweck bilden.

Leg diese fünf Nachweise vor:

  • ärztliche Diagnose, die die Verordnung trägt
  • Rezept mit Bezug auf diese Diagnose
  • Apothekenquittung mit Pharmazentralnummer
  • Bei längerer Anwendung eine Verlaufsdokumentation
  • Kenntnis des eigenen Arzneimittelbudgets und der Selbstbeteiligung

Bei einer Selbstbeteiligung lohnt die Einreichung oft nicht. Ein Dreimonatspaket kostet meist 20 bis 60 Euro und bleibt damit unter vielen Selbstbehalten.

Was übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bei der Pille?

Nach § 24a SGB V trägt sie verschreibungspflichtige Verhütungsmittel bis zum vollendeten 22. Lebensjahr. Ab dem 18. Geburtstag fällt dabei die übliche Zuzahlung von 5 bis 10 Euro an.

Ab 22 Jahren zahlst du die Verhütung selbst. Verordnet der Arzt die Pille dagegen zur Behandlung einer Erkrankung, zählt sie unabhängig vom Alter als Arzneimittel auf Kassenrezept. Für Frauen mit geringem Einkommen bestehen in einigen Ländern und Kommunen eigene Förderprogramme.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

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