Zahlt die PKV den Chiropraktiker?
Ja, wenn Arzt oder Heilpraktiker behandeln. Mehrere Bedingungswerke führen die Chirotherapie ausdrücklich unter den mitversicherten Verfahren. Zahlt die PKV für den Chiropraktiker? Der Begriff Chiropraktiker genießt …
Ja, wenn Arzt oder Heilpraktiker behandeln. Mehrere Bedingungswerke führen die Chirotherapie ausdrücklich unter den mitversicherten Verfahren.
Zahlt die PKV für den Chiropraktiker?
Der Begriff Chiropraktiker genießt in Deutschland keinen Schutz. Für die Erstattung kommt es deshalb darauf an, ob die behandelnde Person Arzt oder Heilpraktiker ist, denn nur diese Berufsgruppen dürfen selbstständig Heilkunde ausüben.
Vier Tarife nennen die Behandlung als Chirotherapie:
- VRK Premium2S: Chirotherapie in der Reihe der mitversicherten Verfahren neben Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie und Osteopathie
- Hallesche PRIMO M SB 2: Chirotherapie neben Hydro- und Balneotherapie, Kälte- und Wärmetherapie, Bewegungstherapie, Atemtherapie, Blutegelbehandlung und Schröpfen
- INTER QualiMed Premium 600: Alternativmedizin durch Ärzte und Behandlung durch Heilpraktiker einschließlich verordneter Arznei- und Heilmittel nach dem Hufelandverzeichnis, zusammen bis 3.000 Euro Rechnungsbetrag pro Kalenderjahr
- Gothaer MediVita 500: Naturheilverfahren durch Ärzte und Heilpraktiker mit gestaffeltem Budget bis 2.000 Euro jährlich ab dem dritten Kalenderjahr
Führt ein Orthopäde mit der Zusatzbezeichnung Chirotherapie die Behandlung durch, läuft sie ohnehin über die ärztliche Behandlung und braucht keinen Naturheilbaustein.
Voraussetzungen, damit die PKV für den Chiropraktiker zahlt
Die Berufszulassung des Behandlers gibt den Ausschlag. Ohne Approbation oder Heilpraktikererlaubnis fehlt die Grundlage für jede Erstattung.
Achte auf diese fünf Punkte:
- Behandler ist Arzt mit Zusatzbezeichnung Chirotherapie oder zugelassener Heilpraktiker
- Rechnung nennt Gebührenziffern nach der Gebührenordnung für Ärzte oder dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker
- Diagnose und Behandlungsdatum stehen auf der Rechnung
- Bei Heilpraktikerbehandlung steht das Jahresbudget für Naturheilverfahren noch offen
- Manuelle Therapie durch einen Physiotherapeuten läuft dagegen als Heilmittel und braucht eine ärztliche Verordnung
Der letzte Punkt trennt zwei Wege mit unterschiedlichen Budgets. Manuelle Therapie beim Physiotherapeuten belastet das Heilmittelbudget, die Chirotherapie beim Arzt nicht.
Was übernimmt die gesetzliche Krankenkasse beim Chiropraktiker?
Die Chirotherapie durch einen Vertragsarzt mit der entsprechenden Zusatzbezeichnung zählt als Kassenleistung und läuft über den einheitlichen Bewertungsmaßstab. Ebenso die manuelle Therapie beim Physiotherapeuten auf ärztliche Verordnung, dort mit der üblichen Zuzahlung.
Behandlungen bei einem Heilpraktiker zahlt die Kasse nicht. Wer einen nicht-ärztlichen Chiropraktiker aufsucht, trägt die Kosten selbst, sofern die Kasse keinen Zuschuss über eine Satzungsleistung anbietet.
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