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Zahlt die PKV?

Zahlt die PKV eine Brille?

David Spradau
David Spradau Zuletzt aktualisiert: 3. September 2026

Ja, über ein eigenes Budget für Sehhilfen. Anders als in der gesetzlichen Kasse gehört das Gestell dabei meist dazu. Zahlt die PKV für eine Brille? Nahezu …

Ja, über ein eigenes Budget für Sehhilfen. Anders als in der gesetzlichen Kasse gehört das Gestell dabei meist dazu.

Zahlt die PKV für eine Brille?

Nahezu jeder Volltarif führt ein eigenes Merkmal für Sehhilfen. Dort stehen ein Höchstbetrag und eine Frist, nach der du erneut Anspruch hast. Der Betrag bezieht sich in der Regel auf Gläser, Gestell und Kontaktlinsen zusammen.

Sechs Tarife zeigen, wie weit die Spanne reicht:

  • Barmenia VA 100: 416 Euro für Sehhilfen, ab 8 Dioptrien 624 Euro, erneuter Anspruch nach zwei Jahren oder bei Änderung der Sehstärke um mindestens 0,5 Dioptrien
  • Allianz 769: 410 Euro, erneuter Anspruch nach 24 Monaten
  • ARAG 21P90: Gläser in voller Höhe, dazu bis 105 Euro für das Gestell
  • UKV VG: 200 Euro, erneuter Anspruch nach drei Jahren, zusammen mit weiteren Hilfsmitteln höchstens 1.600 Euro im Kalenderjahr
  • SDK A109: 130 Euro im Kalenderjahr, darüber 50 Prozent
  • HanseMerkur KVE3: 100 Euro, erneuter Anspruch nach 36 Monaten

Zwischen 100 und 624 Euro liegt der Faktor sechs. Maßgeblich bleibt allein dein Tarif, eine gesetzliche Vorgabe kennt die private Krankenversicherung dafür nicht.

Achte außerdem auf die Wiederbeschaffungsfrist. Sie reicht von einem Jahr bei der SDK A109 bis zu drei Jahren bei der UKV VG und entscheidet darüber, wie oft du das Budget überhaupt nutzen kannst.

Voraussetzungen, damit die PKV für eine Brille zahlt

Erstattet wird eine medizinisch notwendige Sehhilfe. Grundlage bildet eine festgestellte Fehlsichtigkeit, belegt durch Verordnung oder Sehstärkenbestimmung.

Prüfe vor dem Kauf diese fünf Punkte:

  • Verordnung oder Sehstärkenbestimmung liegt vor
  • Frist seit der letzten Erstattung ist abgelaufen, oder die Sehstärke hat sich um mindestens 0,5 Dioptrien geändert
  • Höchstbetrag im laufenden Kalender- oder Versicherungsjahr ist noch offen
  • Selbstbeteiligung des Tarifs ist eingerechnet
  • Wartezeit nach Vertragsbeginn ist abgelaufen, sofern der Tarif eine vorsieht

Liegt die Rechnung über dem Höchstbetrag, trägst du den Rest. Einzelne Tarife erstatten darüber hinaus anteilig weiter, die SDK A109 etwa 130 Euro im Kalenderjahr und darüber 50 Prozent, die ALTE OLDENBURGER A90/100 den überschießenden Teil zu 33 Prozent.

Was übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bei einer Brille?

Deutlich weniger, und das Gestell nie. Nach § 33 SGB V bekommen Erwachsene Brillengläser nur bei einer schweren Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 auf beiden Augen oder bei einer Fehlsichtigkeit über sechs Dioptrien, bei Hornhautverkrümmung über vier Dioptrien. In der Praxis greift der Anspruch ab 6,25 beziehungsweise 4,25 Dioptrien, weil die Hilfsmittel-Richtlinie auf die nächste verordnungsfähige Stufe abstellt.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten die Gläser bei jeder medizinisch notwendigen Korrektur. Seit dem 1. März 2025 gibt es für Sehhilfen keine Festbeträge mehr, der GKV-Spitzenverband hat das Festbetragsgruppensystem aufgehoben. Maßgeblich zählen seither die Versorgungsverträge der Kassen mit den Optikern nach § 127 Absatz 4 SGB V.

David Spradau
David Spradau
PKV-Berater seit +5 Jahren

David Spradau ist PKV-Spezialist im Experten-Netzwerk der VB Select. Als ausgebildeter Physiotherapeut und Betriebswirt im Gesundheitsmanagement bewertet er Leistungen danach, was im Ernstfall beim Patienten ankommt. Seit über fünf Jahren berät er zur Tarifwahl und zur Tarifoptimierung nach § 204 VVG und hat dabei über 250 Menschen begleitet.

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